Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für die in Deutschland 80 Millionen Versicherten wird ein weltweit einzigartiges Telematikprojekt realisiert, in dem 123.000 niedergelassene Ärzte, 65.000 Zahnärzte, 21.000 Apotheken, 2.200 Krankenhäuser und fast 270 Krankenkassen miteinander zu vernetzen sind. Diese grundlegende Modernisierung des deutschen Gesundheitswesens basiert auf einem wesentlich schnelleren und effizienteren Datenaustausch, der durch die Nutzung der Telematikinfrastruktur als Plattform ermöglicht wird.

Im Zuge dessen wird die Eigenverantwortung des Patienten steigen, denn er wird selbst über seine Daten verfügen. Ebenso werden die Rechte der Versicherten eine Stärkung erfahren, da sie entscheiden, wer die persönlichen Gesundheitsdaten einsehen darf. Folglich muss jeder Versicherte die Möglichkeit haben, seine Daten zu lesen, auszudrucken, zu löschen oder nur ausgewählten Befugten zur Einsicht freizugeben. Dazu wird es öffentliche Möglichkeiten in Kliniken, Krankenhäusern, in Arztpraxen, Apotheken und an s. g. e-Kiosken geben. Aber welche privaten Zugangsmöglichkeiten werden die Versicherten nutzen können?

An diesem Punkt setzt das Projekt GKit - Gesundheits-, Kommunikations- und Informations-Terminal - an.

Das Projekt GKit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines einfach zu bedienenden, computerunabhängigen Kartenlesegerätes ür Karteninhaber im Rahmen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Insbesondere soll für alle Versicherten eine private Datenzugangsmöglichkeit zu den persönlichen Daten erschlossen werden, um unabhängig von öffentlichen Zugangsmöglichkeiten die Datenhoheit wahrnehmen zu können. Damit ist dem Geräteinhaber jederzeit der Einblick in seine persönlichen Gesundheitsdaten möglich, d. h. er muss nicht erst einen öffentlichen Ort aufsuchen. Das GKit wird mit vielfältigen Funktionen ausgestattet sein, die den GKit-Inhaber aktiv unterstützen. Das können zum Beispiel ein Plan zur Medikamenteneinnahme mit Erinnerungsfunktion sein oder die Speicherung aller Zuzahlungen, Aufzeichnung persönlicher Gesundheitsdaten (Blutdruck, Cholesterinwert), um nur wenige zu nennen. Das GKit-Kartenlesegerät soll mit all seinen Funktionen optimal auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sein und in erster Linie dazu beitragen, dass jeder Versicherte von der durch die neue eGK eintretenden Qualitätssteigerung der medizinischen Versorgung profitieren kann.